Inklusion an der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln

inklusion„Grundsätzlich geht eine inklusive Schule von der Annahme aus, dass alle Menschen jeweils abhängig von ihren Voraussetzungen und Lebenslagen einen bestimmten Förderbedarf haben. Alle Menschen können sich auf dem Weg zu persönlicher Exzellenz stets weiterentwickeln und neue Kenntnisse erwerben, Verhalten verändern, Perspektiven erweitern, neue Lernwege erproben, vielfältige Ergebnisse produzieren und Welt gestalten.“ (K.Reich: Inklusive Didaktik, Weinheim und Basel 2014, S.255)

Der Begriff Inklusion wird im schulischen Zusammenhang üblicherweise als Weg zur Ermöglichung von Teilhabe am Lernprozess vor allem bei solchen Kindern und Jugendlichen verstanden, die auf irgendeine Art und Weise in ihren Lernvoraussetzungen benachteiligt sind. In einer weiteren Engführung geht es dann häufig schnell und verkürzt nur noch um die Frage, wie Kinder mit einem offiziell attestierten, d.h. durch einen Verwaltungsakt festgelegten Förderschwerpunkt in einer Regelschule inklusiv im Sinne einer möglichst breiten Teilhabe gefördert werden können.

Diese Engführung möchten wir an der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln überwinden. Wir betrachten Inklusion nicht als „Defizit-orientierten“, sondern als einen "Potenzial-orientierten" Vorgang. Deshalb gehört die Förderung gemäß AO-SF und die Begabungsförderung für uns unmittelbar zusammen. Provokant formuliert: Auch gute Schüler werden bei uns inkludiert: Was hilft ihm, noch besser zu werden / seine Talente noch besser zu entfalten / zufrieden zu sein / sozial akzeptiert zu sein / seine fachlichen Grenzen zu erfahren?

Eine Beispiel mag dies verdeutlichen: „Barrierefreiheit“ verstehen wir nicht nur im wörtlichen Sinne als bauliche Voraussetzung für die Teilhabe von Rollstuhlfahrern am schulischen Leben, sondern wir nutzen auch in einem symbolischen Sinne „Rampen“: Es geht uns bei Inklusion um das Überwinden von Hindernissen eines jeden Einzelnen auf dem Weg zu seinem erfolgreichen Lernprozess. In diesem Sinne hat jede Schülerin und jeder Schüler früher oder später ihren/seinen Förderbedarf. Die Jugendliche in ihrer persönlichen Krise profitiert deshalb genauso von unserem Inklusionskonzept wie das hochbegabte Kind oder der Schüler mit einer verzögerten Sprach-entwicklung.

Ebenso sehen wir es als Bereicherung für unser Schulleben an, wenn Kinder verschiedener sozialer oder kultureller Herkunft zu uns kommen. Sie alle haben besondere Talente und Stärken, die es aufzuspüren und weiterzuentwickeln gilt. Dabei begleiten und fördern wir die Kinder, damit sie als selbstbewusste und ihren Fähigkeiten vertrauende Menschen aufwachsen können.

 

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